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"Sorbisches Wissensforum am Lauenareal" Bautzen

Mit dem Errichten eines "Sorbischen Wissensforums am Lauenareal" wird ein innovativer, anforderungsgerechter und überregional ausstrahlender Standort für die Kultur des sorbischen Volkes etabliert. Es soll das Sorbische Institut und das Sorbische Museum zusammenführen, ein Modellvorhaben nachhaltiges Bauen realisieren und eine langjährige Brachfläche im Bautzener Stadtzentrum aufwerten. Somit wird ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt Bautzen als Sitz zahlreicher sorbischer Institutionen wesentlich gestärkt.


Realisierungswettbewerb nach RPW 2013

Um den bestmöglichen Architektur-Entwurf für das komplexe Bauvorhaben zu finden und dabei die unterschiedlichen Anforderungen sowohl des Sorbischen Museums als auch des Sorbischen Instituts zu berücksichtigen, wird ein Wettbewerb als nichtoffener Realisierungswettbewerb (RPW 2013 § 3) mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren (entspr. VgV) ausgelobt.

  • Tag der Wettbewerbsauslobung: 21.12.2022
  • Frist Teilnehmerbewerbung: 08.12.2022, 16.00 Uhr
  • Abgabe der Wettbewerbsarbeiten: 17.03.2023, 12.00 Uhr (Modell bis zum 24.03.2023, 12.00 Uhr)

Mit der Bekanntgabe des Siegerentwurfs wird etwa Mitte Mai 2023 gerechnet.

Die Ausschreibungsunterlagen des Wettbewerbs finden Sie hier.


Fachliche Unterstützung für Projektleitung und Projektsteuerung gefragt!

Für das "Sorbische Wissensforum am Lauenareal" in Bautzen sollen mit Fördermitteln aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen Bestandgebäude saniert und umgebaut sowie durch Neubauten ergänzt werden. Neben den Räumlichkeiten für das Sorbische Institut samt Sorbischem Kulturarchiv und Sorbischer Zentralbibliothek und das Sorbische Museum samt Dauer- und Sonderausstellungsflächen sowie Trachtendepot soll die Unterbringung eines Konferenzsaales und weiterer öffentlicher sorbischer Angebote insbesondere für Kinder und Jugendliche erfolgen.

Hierzu wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt, die als erforderlichen Bedarf 8.400 m² BGF und Kosten von ca. 45 Mio. € (I/22) benennt..

Zeitplan: Architektenwettbewerb und Planung bis LP 3 bis IV/2023 1. BA: Baubeginn 2024, Baufertigstellung 12/2026 2. BA: Baubeginn 2027, Baufertigstellung 06/2029 Bauherr und Fördermittelempfänger ist die Stiftung für das sorbische Volk. Diese verfügt über keine Bauverwaltung und benötigt deshalb für die Projektleitung und die Projektsteuerung fachliche Unterstützung. Die Bewerbungsfrist für die entsprechenden Stellen ist abgelaufen.



Projektgenese

Im Jahr 2015 signalisierte das Sorbische Institut, dass im Hauptsitz in Bautzen die Kapazitätsgrenzen der Magazine des Sorbischen Kulturarchivs und der Sorbischen Zentralbibliothek erreicht sind und der bauliche Zustand der Räumlichkeiten nicht den archivarischen Anforderungen entspricht. Ergänzend dazu gab der Wissenschaftsrat in seinem Bericht Anfang 2016 die Empfehlung ab, die Zugänglichkeit des Lesesaals zu verbessern und die Präsenz und Ausstrahlung in die Öffentlichkeit zu verstärken.

Auf Grundlage zweier Machbarkeitsstudien beauftragte der Stiftungsrat den Direktor der Stiftung für das sorbische Volk (StsV) mit Beschluss Nr. 557 vom 29. November 2018 "auf Grundlage des Grobkonzeptes zum Standort Lauenareal ein detailliertes Konzept zur Finanzierung, Genehmigungs-, Planungs- und Umsetzungsphase zu erarbeiten. Neben den Räumlichkeiten für das Sorbische Institut, das Magazin des Sorbischen Kulturarchivs und der Sorbischen Zentralbibliothek" soll "bei der Planung die Unterbringung [...] weiterer öffentlicher sorbischer Angebote berücksichtigt bzw. geprüft werden. Dabei sollen die Interessen von Kindern und Jugendlichen explizit beachtet werden."

Im Sommer 2020 signalisierte das Sorbische Museum Bautzen gegenüber dem Träger, dem Landkreis Bautzen, dass am gegenwärtigen, denkmalgeschützten Standort auf der Ortenburg eine zeitgemäßen Standards entsprechende Weiterentwicklung der Museumsarbeit hinsichtlich Präsentation, verkehrstechnischer Erschließung, Barrierefreiheit und Sichtbarkeit nicht möglich sei.

Die Verabschiedung des Investitionsgesetzes Kohleregionen im August 2020 und die nachfolgende Konkretisierung der Umsetzung im Freistaat Sachsen eröffnete die Möglichkeit, die Bedarfe beider Institutionen zu einem gemeinsamen Vorhaben - dem "Sorbischen Wissensforum am Lauenareal" - weiterzuentwickeln.

Mit einem am 02.12.2020 ausgestellten Letter of Intent erklärten die Stiftung für das sorbische Volk, der Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Hochschule des Freistaats Sachsen, die Staatsministerin für Kultur und Tourismus des Freistaats Sachsen und der Landkreis Bautzen "die enge Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung bei der gemeinsamen Vorbereitung und Umsetzung des Projektes "Sorbisches Wissensforum am Lauenareal" in Bautzen. Zudem wurde vom Freistaat Sachsen die Absicht geäußert, das Vorhaben als Landesmaßnahme zu beantragen.

2021 wurde in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung sowie dem Sorbischem Museum und dem Sorbischen Institut durch das SMWK ein Projektvorschlag gem. Förderrichtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung zur Gewährung von Zuwendungen nach dem Investitionsgesetz Kohleregionen (RL InvKG) eingereicht. Dieser Projektvorschlag wurde am 29.06.2021 durch den Regionalen Begleitausschuss des Lausitzer Reviers zur Förderung empfohlen.

Projektträgerschaft

Nachdem die Finanzierung gesichert war, musste die Frage der Bauherrschaft für das Vorhaben geklärt werden. Unabhängig davon stand fest, dass die Stiftung für das sorbische Volk Eigentümer der benötigten Grundstücke und Immobilien sowie idealerweise des umgesetzten Immobilienkomplexes sein sollte. Mit Beschluss Nr. 602 vom 08.12.2020 ermächtigte der Stiftungsrat deshalb den Direktor, bereits zwei für die Baumaßnahme Lauenareal notwendige Flurstücke von der Stadt Bautzen zu erwerben. Der Beschluss wurde durch Kauf der entsprechenden Flurstücke im Dezember 2021 umgesetzt.

Im Oktober 2021 fasste der Kreistag des Landkreises Bautzen den Beschluss, sich an der Projektumsetzung zu beteiligen und in der Projektarbeitsgruppe mitzuwirken. Eine Übernahme der Bauherrschaft durch den Landkreis wurde somit ausgeschlossen.

Ebenso lehnten das Sächsische Staatministerium für Finanzen und der ihm nachgeordnete Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) die Übernahme der Bauherrschaft oder der Bauherrenaufgaben im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrags ab.

Anfang 2022 wurde eine Entscheidung bezüglich der Projektumsetzung notwendig, um gegenüber dem für die Förderung in den sächsischen Braunkohlegebieten zuständigen Ressort, dem Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung, Planungssicherheit herzustellen und um eine Einhaltung des Zeitrahmens der 1. Förderperiode gem. § 6 InvKG zu gewährleisten. Bei Übernahme der Projektträgerschaft durch die Stiftung für das sorbische Volk könnte das Vorhaben als mittelbare Landesmaßnahme gem. RL InvKG umgesetzt und gefördert werden.

Ausgehend von seinem Beschluss Nr. 557 vom 29.11.2018 und dem Letter of Intent vom 02.12.2020 sowie der auf Grundlage des Investitionsgesetzes Kohleregionen durch den Freistaat Sachsen in Aussicht gestellten Mittel zur Finanzierung des Vorhabens beschloss der Stiftungsrat am 01.03.2022, dass ein "Sorbisches Wissensforum am Lauenareal" errichtet werden und die Stiftung für das sorbische Volk Projektträger werden soll. Der Aufgabe entsprechend ist die Stiftungsverwaltung personell aufzustocken, ein Bauausschuss zu bilden und ein externer Partner zur Projektsteuerung zu finden.

Projektziel

Projektziel ist die Errichtung des "Sorbischen Wissensforums am Lauenareal" (Arbeitstitel) in Bautzen. Dieses wird als multifunktionaler, nachhaltiger und architektonisch überzeugender Gebäudekomplex im Zentrum der Stadt Bautzen einen neuen Standort für das Sorbische Institut und das Sorbische Museum schaffen. Es werden die Funktionalität, die Sichtbarkeit und die Entwicklungsmöglichkeiten sowohl des Sorbischen Instituts als auch des Sorbischen Museums maßgeblich verbessert, ein Modellvorhaben in Bezug auf nachhaltige Bauweise und Energienutzung realisiert und ein Beitrag zur Aufwertung des Bautzener Stadtzentrums geleistet.

Raumbedarfe der Institutionen

Im Vorfeld der Studie von Meyer-Bassin hatten das Sorbische Institut und das Sorbische Museum ihre Raumbedarfe geprüft, aktualisiert und entsprechend angemeldet. Das Sorbische Institut meldete Bedarf für 49 Arbeitsplätze für ständige und zeitweise Mitarbeiter sowie Flächen für das Archiv und die Bibliothek an. In der Studie wurde daraus ein Bedarf von 1.472 m² Nutzungsfläche (NUF) ermittelt. Das Sorbische Museum meldete Bedarf für 10 Mitarbeiter und das technische Personal mit Museumswerkstatt sowie Flächen für Dauer- und Sonderausstellungbereiche, das Trachtenschaudepot und den Besucherservice an. Daraus wurde ein Bedarf von 2.842m² NUF ermittelt.

Weiterhin sind gemeinsam nutzbare Flächen wie Empfang, Information, Ausleihe, Museumshop, sanitäre Anlagen, Konferenzräume, Lesesaal mit Carrels, Präsenzbibliothek und gastronomischer Bereich einkalkuliert. Zusammen kommen sie auf einen Bedarf von 5.154 m² Nutzungsfläche (NUF). Die Studie ermittelt mit Verkehrsflächen eine notwendige Bruttogeschossfläche (BGF) von 8.400 m². In der nochfolgenden Mengengegenüberstellung werden Raumbedarfe (NUF) verbildlicht.

Aktualisierung per 05.07.2022:
Um neben den Flächenbedarfen auch funktionale Anforderungen und Zusammenhänge der einzelnen Flächen und der beiden Einrichtungen Sorbisches Institut und Sorbisches Museum Bautzen zu definieren, wurde am 23.03.2022 ein Workshop unter Leitung der Agentur disgn2sense ("Arbeitsweltverbesserer") durchgeführt. Im Ergebnis konnten Zielgruppen definiert und zahlreiche funktionale Anforderungen erarbeitet werden.

Machbarkeitsstudie und mögliche Flächennutzungen

Im Oktober 2021 wurde das Architektenbüro Meyer-Bassin beauftragt, eine Machbarkeitsstudie zur Umsetzung des Bauvorhabens zu erstellen. Diese eruierte die Umsetzungsmöglichkeiten zunächst unter der Prämisse der Nutzung des gem. Projektvorschlag dafür vorgesehen Baufelds sowie der Bestandsgebäude Lauengraben 8 und Goschwitzstr. 9 („Alte Posthalterei“) (Abb. 1; Varianten 1-3).

Die Machbarkeitsstudie wurde im Laufe der vergangenen Monate um die Varianten 4 und 5 erweitert.

Bei den folgenden Darstellungen handelt es sich um Volumenplanungen der Raumbedarfe, nicht um Umsetzungsentwürfe.

In der Variante 1 wird die Ausnutzung des Grundstücks bei Beachtung der Schließung des Blockrandes am Lauengraben und an der Goschwitzstraße unter Beachtung der Abstandsflächen entsprechend der Sächsischen Bauordnung betrachtet. Das Gebäude umfasst sechs Ober- und ein Untergeschoss. Die Bestandsgebäude werden als Büroflächen genutzt. Im Untergeschoss sind 34 Parkplätze mit Zufahrt über die Goschwitzstraße vorgesehen.

In der Variante 2 wird die Ausnutzung des Grundstücks durch zweigeschossige Grenzbebauung am Lauengraben und an der Goschwitzstraße an der östlichen Baugrenze angrenzend an die benachbarte Bebauung betrachtet. Durch Verbesserung der Flächennutzung auf zwei Etagen umfasst das Gebäude vier Ober- und ein Untergeschoss mit 34 Stellplätzen. Die Bestandsgebäude werden über Ergänzungsbauten angeschlossen. Für diese Variante muss mit der Stadt Bautzen ein Bebauungsplan entwickelt werden.

Die Variante 3 gleicht der Variante 1 darin, dass die Abstandsflächen entsprechend Sächsischer Bauordnung beachtet werden. Es wird kein Stellplatznachweis erbracht, sodass das Untergeschoss frei für andere Nutzungen wird. Entsprechend umfasst das Gebäude neben dem Untergeschoss vier Obergeschosse.

Die Variante 4 stellt die mögliche Ausnutzung des Grundstückes unter Einbezug der benachbarten, westlichen Grundstücke dar. Es ermöglicht die vollständige Entwicklung des Quartiers sowie die Anlage eines offenen Hofes mit Durchwegung. Die Erbringung des Stellplatznachweises ist gewährleistet.

Die Variante 5 bezieht die Bestandsgebäude in der Äußeren Lauenstraße/Ecke Goschwitzstraße ein und realisiert eine stark reduzierte Bebauung im Innenhof. Sie ermöglicht die Gewährung der Durchwegung des Geländes sowie Freiflächen im Innenhof. Die Erbringung des Stellplatznachweises ist mit 18 Plätzen ebenfalls gewährleistet.

Nachhaltigkeit

Mit Blick auf die Nachhaltigkeit soll für die Realisierung des Projektes das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat herangezogen werden.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule Zittau-Görlitz (HSZG) wurde für die Varianten 1-3 eine Untersuchung zur Nutzung von alternativen Energien zur Strom- und Wärmeversorgung angestellt. In diesem Rahmen wurde zunächst der Wärmebedarf und eine Heizlastberechnung unter den Prämissen der Nachhaltigkeit, Effizienz und Klimaneutralität sowie zum Erreichen des BNB-Gold-Standards angestellt. Diese stellte die Basis für die Errechnung der Auslegung von Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage. Mit Voranschreiten des Planungsstandes muss diese Betrachtung mit Blick auf den Wärmebedarf unter Berücksichtigung der inneren Lasten sowie des Strombedarfs durch die elektrische wie technische Ausstattung angepasst und aktualisiert werden. Die HSZG prüft derzeit intern, wie auf personeller Ebene eine weitere Zusammenarbeit sowie die Akquise von Drittmitteln durch die HSZG zur wissenschaftlichen Begleitung von der Planung über die Baurealisierung bis hin zum Monitoring des Betriebes realisiert werden könnte.

Zeitplan

Der Zeitplan beschreibt den Projektablauf unter Berücksichtigung der Ausschreibungsverfahren, Bewilligungsfristen usw. Ändert sich ein Parameter, verschieben und verlängern sich entsprechend auch die Projektphasen.

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