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Übersicht der Pressemitteilungen der Stiftung

 

Sitzung des Stiftungsrates der Stiftung für das sorbische Volk am 4.06.2021

Bautzen,

Themen:

Rahmenvorgaben des künftigen Wirkens des Sorbischen National-Ensembles (SNE)
Besetzung der künstlerischen Leitung
Untersuchung zur Theaterlandschaft im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien

Am Freitag tagte der Stiftungsrat der Stiftung für das sorbische Volk auf Einladung seiner Vorsitzenden Susann Schenk und führte die Beratung vom Mai 2021 fort.

Im Hinblick auf den zum Ende der aktuellen Spielzeit auslaufenden Arbeitsvertrag der Intendantin des SNE, Frau Judith Kubitz, hatte der Rat in seiner Sitzung im Dezember 2020 die Erwartung formuliert, einen Tätigkeitsbericht, eine Potentialanalyse und konzeptionelle Vorschläge für die inhaltliche Weiterentwicklung des SNE vorgelegt zu bekommen. Dem Stiftungsdirektor wurde die Aufgabe zuteil, in dieses Konzept die Ergebnisse der Mitarbeitergespräche im SNE und die Beurteilungen weiterer Fachleute einzubeziehen. Zusammenfassend meint dazu Jan Budar: "Das Sorbische National-Ensemble hat seit den 1990er Jahren einen drastischen Sparkurs und einige Führungswechsel hinter sich. Nach der wirtschaftlichen Konsolidierung der vergangenen Jahre und der aktuell laufenden Baumaßnahme zur Verbesserung der räumlichen Bedingungen sollte der Fokus deshalb jetzt auf der Stabilisierung der künstlerischen Leitung unter Einbeziehung aller Sparten sowie der inhaltlichen Profilschärfung und künstlerischen Weiterentwicklung liegen."

Der Stiftungsrat erwartet zur Schärfung des Alleinstellungsmerkmals vom SNE in Zukunft die Beachtung folgender inhaltlicher Schwerpunkte:

  • Fokussierung auf sorbische Bühnenmusik und Folkloretanz sowie auf sorbische und slawische Kompositionen
  • Erforschung, Aufbereitung und Entwicklung von bislang unbekanntem bzw. neuem sorbischen Repertoire
  • Förderung der sorbischen Laienkultur und des sorbischen künstlerischen Nachwuchses
  • Initiierung und Unterstützung sorbischer Kulturprojekte
  • Etablierung kleiner Darbietungsformate in den zweisprachigen Lausitzen
  • Wahrnehmung der Botschafterrolle, auch in digitalen Medien und im Hinblick auf die Potentiale des Strukturwandels
  • aktive Beteiligung an der Entwicklung des sorbischen Kulturlebens unter Beachtung zielgruppenspezifischer Erwartungen

Die künstlerische Leitung des Hauses hat zur Herbstsitzung 2021 konkrete Maßnahmen sowie einen Rahmenspielplan vorzustellen, bei denen die o. g. Schwerpunkte beachtet werden. In diese konzeptionellen Überlegungen sind relevante sorbische Interessensgruppen einzubeziehen. Der Stiftungsrat erwartet von Chorvorstand und Betriebsrat des Hauses, interne Konflikte nicht in die Öffentlichkeit zu tragen, sondern gemeinsam mit der Hausleitung konstruktiv zur Lösung beizutragen.

Der Stiftungsrat beschloss, den derzeitigen Stellvertreter der Intendantin des SNE, Herrn Tomaš Kreibich-Nawka, zum 1.08.2021 für die Dauer von zwei Jahren kommissarisch zum Intendanten des SNE zu bestellen. Weiterhin bat der Stiftungsrat den Direktor der Stiftung, den Vertrag mit Frau Diana Wagner als kaufmännische Geschäftsführerin vorerst bis zum 31.07.2023 zu verlängern.

Der Direktor der Stiftung, Jan Budar, informierte den Rat ferner über die Ergebnisse der Untersuchung zur Theaterlandschaft im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien der Münchener Beraterfirma actori vom 01.12.2020.

Der Stiftungsrat zog das Fazit, dass zur Erfüllung des spezifischen Auftrages des Sorbischen National-Ensembles und des sorbischen Teils des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Strukturmaßnahmen, die den gesamten Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien einbeziehen, wenig förderlich sind. Ob die Einbettung in größere Strukturen aus Sicht der einzelnen Künstler die Breite des Repertoires und die künstlerische Vielfalt, aber auch die direkte Vergleichbarkeit im größeren Kollegium und damit den künstlerischen Anspruch heben könnte, bleibt abzuwägen. Gleichwohl wäre es sinnvoll, punktuell Kooperationsprojekte vor allem im Bereich Orchester, Tanz und Musiktheater zu initiieren, um den Kulturraumgedanken aufrecht zu erhalten und gleichzeitig die vorhandene Vielfalt zu präsentieren.

Gegenüber drastischen Strukturmaßnahmen würde eine Stärkung der Zusammenarbeit beider Bautzener Häuser dem Stiftungszweck eher dienlich sein. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch, dass das künstlerische Personal die sorbische Spezifik verinnerlicht und als Alleinstellungsmerkmal aktiv weiterentwickelt.

Der Vorsitzende des Kulturkonvents Oberlausitz-Niederschlesien und stellvertretendes Mitglied des Stiftungsrates, Landrat Bernd Lange, artikulierte die Erwartung an den Freistaat Sachsen, die Kulturräume nach Ablauf des Kulturpaktes finanziell so auszustatten, dass die Theatervielfalt im Kulturraum in ihrer Existenz nicht gefährdet ist.