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Übersicht der Pressemitteilungen der Stiftung

 

Aus der Sitzung des Stiftungsrates am 20.05.2021

Bautzen,

Zeichnung des Vierten Finanzierungsabkommens steht unmittelbar bevor
Digitalisierungskonzept präsentiert / Sorben übernehmen SAEK Bautzen

Der Auftakt der Sitzung stand im Zeichen des Vierten Abkommens über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk: Nach dem Freistaat Sachsen hat auch die Regierung des Landes Brandenburg in ihrer Kabinettssitzung am 18. Mai 2021 dem Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung zwischen dem Bund, dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen für die Jahre 2021-2025 zugestimmt.

"Damit steht die Zeichnung des Vierten Finanzierungsabkommens unmittelbar bevor." unterstrich die Stiftungsratsvorsitzende Susann Schenk, die die Sitzung leitete. "Mit der Erhöhung der Zuschüsse ab dem Jahr 2021 hat die Stiftung zum ersten Mal seit ihrem Bestehen die Chance, in weitere Sprach- und Lebensräume zu investieren. Die Erhöhung der Zuschüsse werte ich als Zeichen des tiefen Vertrauens in die Arbeit der Stiftung für das sorbische Volk. Dass mit einer Erhöhung der Zuwendung nun fokussierter geplant werden kann, ist dem engagierten Einsatz der Verantwortlichen des Bundes, des Landes Brandenburg und des Freistaates Sachsen sowie den Mitgliedern des Parlamentarischen Beirats der Stiftung zu verdanken." Diesem Dank schloss sich der Abgeordnete des Sächsischen Landtags und Vorsitzende des Parlamentarischen Beirats der Stiftung, Marko Schiemann, an. Er erwarte jetzt die zeitnahe Unterzeichnung des Finanzierungsabkommens, betonte er.

Im weiteren Verlauf der Sitzung stellte der Stiftungsrat einstimmig den Jahresabschluss 2020 der Stiftung für das sorbische Volk fest.

Der nächste Tagesordnungspunkt galt der Digitalisierung und dem sorbischen Digitalisierungskonzept. Das in den Jahren 2019/2020 im Auftrag des Stiftungsrates erarbeitete Digitalisierungskonzept sowie erste durchzuführende Maßnahmen wurden dem Gremium vorgestellt. Als Bereiche höchster Priorität wurden die Integration der sorbischen Sprache in moderne Sprachtechnologien sowie die Veröffentlichung und der Ausbau digitaler Angebote zur Unterstützung des Erlernens und der Anwendung der sorbischen Sprache herausgearbeitet. "Mit dem sorbischen Digitalisierungskonzept liegt uns nun eine gute Entscheidungsgrundlage für die Aktivitäten der nächsten Jahre vor. Dass wir im Juli einen Digitalisierungsbeauftragten einstellen können, ist für die Umsetzung des Konzeptes ein wichtiger Schritt, der aber nicht reichen wird. Deshalb sollen für diesen Bereich in den nächsten Monaten und Jahren Ressourcen, Kooperationen und Partnerschaften systematisch ausgebaut werden.", meinte Stiftungsdirektor Jan Budar. Pandemiebedingt war die Durchführung einer weiteren Digitalisierungskonferenz bislang nicht möglich, dies soll aber im Herbst dieses Jahres nachgeholt werden, um das Konzept der Öffentlichkeit vorzustellen und über vorgeschlagenen Maßnahmen zu diskutieren.

In der Angelegenheit Sorbisches Institut e.V. stimmte der Stiftungsrat der Einrichtung zweier zusätzlicher Stellen, eine für Drittmittelmanagement und eine für Computerlinguistik/Sprachtechnologie/Webprogrammierung, im Rahmen der institutionellen Förderung zu. Damit sollen das bisher Erreichte und die Weiterentwicklung der digitalen Präsentation von Forschungsergebnissen gesichert werden.

Der Direktor der Stiftung informierte den Stiftungsrat mit einem kurzen Bericht über den Stand der Konzeption "Sorbisches Wissensforum am Lauenareal", welches als Landesmaßnahme aus Strukturwandelmitteln des Freistaates Sachsen beantragt wurde.

Ferner beschloss der Stiftungsrat, dass in Abstimmung mit jenen Einrichtungen, die sorbische Sprachressourcen produzieren, eine Open-Data-Richtlinie zu erstellen ist. Ziel dieser Richtlinie ist die Ermöglichung der freien Nutzung sorbischer Sprachressourcen für den Aufbau und die Weiterentwicklung von Projekten, die die Anwendung der sorbischen Sprache unterstützen.

Der Stiftungsrat will in Zukunft über die sprachliche Situation in den geförderten sorbischen Einrichtungen informiert werden. Künftig sind demnach im Rahmen der Haushaltsverhandlungen der Stiftung mit den geförderten Einrichtungen Ziele bezüglich der Umsetzung einer dem Stiftungszweck entsprechenden Sprachpolitik zu vereinbaren.

Weiter verständigte sich der Stiftungsrat über die Möglichkeit, das Wirken des SAEK Bautzen mit sorbischem Fokus fortzuführen und bedarfsgerecht zu erweitern. Zum 30.06.2021 läuft die Förderung der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) für die SAEKs im Freistaat Sachsen aus, auch das Studio Bautzen muss geschlossen werden. Ziel ist es, das Wirken des SAEK Bautzen bezüglich der sorbischen Aktivitäten zu erhalten. Die wichtigsten Wirkungsfelder sollen dabei ausgebaut und auf die gesamte Lausitz erweitert werden. Um im Rahmen einer Aufbauphase und eines Probebetriebs ein Konzept auszuarbeiten, soll das SAEK Bautzen mit einem Großteil der vorhandenen technischen Ausstattung sowie dem Studioleiter Michał Cyž ab 01.07.2021 auf Projektbasis von der Stiftung übernommen werden mit dem Ziel, zum 01.01.2022 eine Trägerstruktur zu gründen.

Das Kuratorium des Ćišinski-Preises tritt die neue Wahlperiode 2021 - 2026 an. Der Stiftungsrat bestätigte die Kuratoriumsmitglieder Susann Šenkec/Schenk, Marion Stenselowa/Stensel, Leńka Thomasowa/Thomas, Měrana Cušcyna/Zuschke, Martina Nowakojc/Noack a dr. Jana Šołćina/Schulz, Manfred Hermaš/Hermasch und Jan Bělk/Bilk.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt hatte der Stiftungsrat über einen Antrag des Smy e.V. zu befinden. Der Stiftungsrat lehnte den Antrag des Smy e. V. vom 01.12.2020 auf Gewährung einer institutionellen Förderung des Serbski Sejm ab. Der Fördergegenstand entspricht weder dem im Staatsvertrag über die Errichtung der Stiftung für das sorbische Volk beschriebenen Stiftungszweck noch dem Willen der Stifter der Stiftung für das sorbische Volk, da der Fördergegenstand die Existenz der Stiftung selbst in Frage stellt.

Auf Bitte der Stiftungsratsvorsitzenden Susann Schenk gedachten die Stiftungsräte mit einer Schweigeminute des kürzlich verstorbenen Pfarrers Clemens Rehor, der von 1999 bis 2000 den Vorsitz des Stiftungsrates innehatte.

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